Nicht alles auf eine Seite: Warum ihr Karriereseite und Ausbildungsseiten besser trennt

Karriereseite, Ausbildungsseite oder beides? Erfahrt, warum ihr in eurem Ausbildungsmarketing beides braucht und wie ihr damit eure Sichtbarkeit und Bewerbungszahlen steigert.
Unterschied zwischen Karriereseite und Ausbildungsseite auf Unternehmenswebsites

Lesezeit: 4 Minuten

Die Karriereseite ist fertig, das Design sieht top aus, aber trotzdem kommt kaum Resonanz? Dann lohnt sich ein Blick auf die Struktur: Viele Unternehmen werfen alles auf eine Seite: Ausbildung, Studium, offene Stellen, Benefits und Events. Klingt erstmal effizient und praktisch, ist es aber nicht.

Denn Schüler, Studierende und Berufserfahrene haben völlig unterschiedliche Erwartungen, mit denen sie auf eure Website kommen. Wer hier lediglich einen Scroll-Teppich bietet, aus dem relevante Infos selbst herausgezupft werden müssen, riskiert genervte Absprünge.

Die Lösung? Klare Strukturen. Zielgerichtete Seiten. Und ein System, das schnell zu gewünschten Informationen führt.

In diesem Artikel erfahrt ihr:

Was Karriererubrik, Karriereseite und Ausbildungsseite unterscheidet

Wie ihr die jeweiligen Seiten sinnvoll strukturiert

Warum das eure Sichtbarkeit erhöht und mehr Potenzial für Bewerbungen bedeutet


Unterschied zwischen Karriereseite und Ausbildungsseite:

BegriffBedeutung
KarriererubrikMenüpunkt im Hauptmenü der Website („Karriere“ oder „Jobs“)
KarriereseiteÜberblicksseite mit Infos für alle Zielgruppen
AusbildungsseiteUnterseite für einen konkreten Ausbildungsberuf

💡 Merke:

Rubrik = Menüpunkt

Karriereseite = Überblick für alle Zielgruppen

Ausbildungsseite = Detailseite pro Ausbildungsberuf


Die Karriereseite: Überblick für alle Bewerbenden

Hier landen alle, die auf „Karriere“ klicken. Deshalb sollte diese Seite klar, strukturiert und einladend sein. Sie enthält Infos, die für alle relevant sind, egal ob mit Berufserfahrung, im Studium oder noch in der Schule.

Von hier aus geht’s weiter zu den passenden Unterseiten – idealerweise per Kachelstruktur, die Orientierung gibt.

Typische Inhalte einer Karriereseite:

Header mit starkem Bild oder Slogan

Kurze Vorstellung des Unternehmens als Arbeitgeber

Werte & Vision – was das Unternehmen ausmacht

Zielgruppenkacheln: Ausbildung, Studium, Berufserfahrene, Quereinstieg (inkl. direkter Verlinkung zu den jeweiligen Stellen- oder Themenseiten)

Einblicke in den Arbeitsalltag (z. B. Bilder, Videos, Zitate)

Benefits, die für alle gelten (z. B. Jobrad, Kantinenzuschuss, Mitarbeitendenrabatt)

Infos zum Bewerbungsprozess – kompakt & klar

Veranstaltungen (z. B. Jobmessen, Tag der offenen Tür)

Auszeichnungen & Siegel (z. B. Kununu, Top-Arbeitgeber)

Social Media Feed (z. B. Instagram, TikTok)

💡 Für KMUs mit wenigen Angeboten reicht es meist, direkt von der Karriereseite auf die jeweiligen Ausbildungsseiten zu verlinken – ohne eine weitere Zwischenseite. Letztere ist dann sinnvoll, wenn das Ausbildungsangebot mehrere Ausbildungsberufe und offene Stellen umfasst.


Die Ausbildungsseite: Detailseite für jeden Ausbildungsberuf

Ausbildungssuchende wollen konkrete Infos zu genau dem Beruf, der sie interessiert. Am besten so aufbereitet, dass sie sich nichts zusammensuchen müssen.

Typische Inhalte einer berufsspezifischen Ausbildungsseite:

Einstieg mit jugendgerechter Ansprache und Berufstitel

Auf einen Blick: Dauer, Startzeitpunkt, Standort, Berufsschule

Berufsbild: Was macht man da eigentlich?

Was Du mitbringen solltest: Voraussetzungen & persönliche Stärken

Deine Aufgaben im Ausbildungsalltag

Was Dich erwartet: Gehalt, Benefits, Weiterentwicklung, Events

Karrieremöglichkeiten & Übernahmechancen

Einblicke & Zitate von Azubis oder Ausbilder*innen (Text oder Video)

Bildergalerie oder Einblicke in den Azubi-Alltag

Angebote zum Reinschnuppern: Praktikum, Schnuppertag

Bewerbung leicht erklärt – Schritt für Schritt

Ansprechperson mit Kontaktmöglichkeiten

Call-to-Action: Jetzt bewerben!

Share-Buttons zum Weiterleiten oder Merken

Download-Möglichkeit der Stellenanzeige als PDF

FAQ zu Ausbildung, Anreise, Arbeitskleidung, Ausstattung etc.

PDF-Leitfaden „Azubi-Stimme“ von AzubiStolz – Anleitung für Azubi-Testimonials im Ausbildungsmarketing von KMUs

Die beste Stimme für euer Unternehmen?

Natürlich eure aktuellen Azubis, die gerne bei euch sind und gerade ihre Ausbildung absolvieren. Lasst sie zu Wort kommen und Nachwuchs-Talenten von ihren Erfahrungen erzählen.

In der Azubi-Stimme (PDF-Guide) erfahrt ihr anhand zahlreicher Beispiele, wie ihr starke Azubi-Zitate entwickelt und diese auf Karriereseite, Social Media und Co. sinnvoll einsetzt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Die Neureiter GmbH aus dem Donau-Ries zeigt, wie’s geht: Mit vier Ausbildungsberufen im Angebot verzichtet sie auf eine zusätzliche Ausbildungs-Übersichtsseite. Stattdessen verlinkt die Karriereseite direkt auf die jeweiligen Ausbildungsseiten – eine pro Beruf.

Zwei Einblicke aus dem Webauftritt:

Links: Die Karriereseite der Neureiter GmbH mit Zielgruppenkacheln und klarer Navigation

Rechts: Eine Ausbildungsseite für den Beruf Bauzeichner (m/w/d) – strukturiert, visuell und mit klarer Handlungsaufforderung

Beispiel Karriereseite eines Bauunternehmens mit Zielgruppenkacheln für Ausbildung und Karriere
Beispiel einer Karriereseite mit klarer Navigation zu Ausbildung und Jobs
Beispiel Ausbildungsseite Bauzeichner (m/w/d) auf der Website eines Bauunternehmens
Beispiel einer Ausbildungsseite für den Beruf Bauzeichner mit Infos zu Aufgaben, Ausbildung und Bewerbung

Warum das Ganze?

Wenn ihr Karriereseite und Ausbildungsseiten sauber trennt, profitiert ihr gleich mehrfach:

Bessere Ansprache: Jede Zielgruppe wird genau zu den Informationen geführt, nach denen sie Ausschau hält

Mehr Sichtbarkeit: Suchmaschinen wie Google mögen klar strukturierte Seiten

Einfacheres Tracking: Jede Seite ist eine eigene Landingpage – ideal für Ads und Analysen

Dauerhafte Präsenz: Jede Ausbildungsseite ist gleichzeitig eine 365-Tage-Stellenanzeige

Klare Nutzerführung: Keine Scroll-Wüsten, sondern gezielte Klickpfade

Pflegeleicht: Neue Berufe? Neue Seite – fertig


Fazit

Alles auf eine Seite zu packen, wirkt erst mal übersichtlich, ist es aber nicht. Denn so müssten sich die Zielgruppen ihre Infos selbst zusammensuchen. Ausbildungssuchende wollen hingegen Informationen, die schnell, klar und direkt abrufbar sind.

Indem ihr gezielt strukturierte Unterseiten für jeden Ausbildungsberuf anlegt, werden diese leichter gefunden, besser verstanden und führen ohne Ablenkung zum Bewerben-Button.

Genau da sollen eure Nachwuchstalente auch hin, oder? 

– Autorin: Helena Weber | AzubiStolz

Helena Weber, Gründerin von AzubiStolz und Autorin des Azubimarketing Blogs, im gelben Blazer

Hey,  ich bin Helena,  Gründerin von AzubiStolz & Marketing-Nerd mit Vorliebe für gelbe Blazer

Davon bin ich überzeugt: Eine gut durchdachte Marketingstrategie wirkt wie eine Brücke, über die Unternehmen und potenzieller Azubi-Nachwuchs zusammenfinden können. Hier habt ihr die Chance, diese Brücke selbst zu bauen und den ersten Pfeiler zu setzen!